Clax on Tour
Clax on Tour

2012 - Kalifornien und der Südwesten

1. Juni 2012 - Anreise nach San Francisco

Pünktlich heben wir Richtung London ab und können uns eine gute Stunde später bereits an Big Ben, Golden Eye und Tower Bridge erfreuen. Fliegen wir doch tatsächlich so nach dran vorbei, dass man fast danach greifen kann. In London haben wir zwar fast 3 Stunden Zeit, bis zum Weiterflug, die vergehen aber ziemlich schnell, so dass wir auch hier wieder pünktlich vom Boden kommen. Dank Tagflug kommt keiner von uns so richtig zum Schlafen, das wäre bei der Filmauswahl aber auch fast sträflich. Allerdings machen spätestens nach dem 3. Blockbuster die Augen schlapp, so dass der 4 Film nicht mehr geht, bevor wir nach knapp 10 Stunden unter uns San Francisco sehen.

Leider nicht wirklich, denn a) liegt die Stadt im typischen Dunst und b) fliegen wir über den anderen Flügel, so dass wir außer Küste nicht viel zu sehen bekommen.

Planmäßig setzen wir um 16.45h auf. Bis wir aber am Gate sind, den Flieger verlassen haben, immigriert haben und unser Gepäck in Empfang genommen haben, ist es nach 18.00h – wow, da sag noch mal einer, die Einreise ins südliche Afrika wäre zeitraubend...

Wir besteigen einen Down-Town Shutte (für 18$pP) und lassen uns ins Hotel bringen. Dort kommen wir gegen 18.45h an. Eingecheckt ist schnell, so dass wir uns noch ein wenig die Füße vertreten können. Wir laufen, da nicht weit, bis zum Union Square. Wow, nicht schlecht, ganz schön viel los an einem Freitagabend. Wir laufen ein paar Straßen auf und ab und landen dann bei Ted’s. Hier gönnen wir uns einen Burger, bevor wir zurück ins Hotel gehen. Wir trödeln noch ein bisschen, melden uns gegen 22.30h zu Hause und fallen dann auch schon in die Federn. Begleitet wird unser Schlummer von den unzähligen, völlig verstrahlten Junkies, die hier auf den Straßen allgegenwärtig sind. So schlimm hatten wir das gar nicht in Erinnerung. Da unser Hotel aber im "Grenzbereich" liegt, müssen wir uns damit arrangieren. Im Laufe der Nacht wird es aber ruhig, so dass wir, bis auf ein paar Jetlag Phasen, doch zur Ruhe kommen (wäre die Matratze nur nicht so durchgelegen L

 

2. Juni 2012 - San Francisco

Jetlag sei Dank, sind wir relativ früh auf den Beinen, müssen uns aber erst noch ein bisschen sortieren, bevor wir los ziehen. Zuerst checken wir bei Blazing Sattle, ob wir morgen zwei Räder bekommen können, kein Problem, Reservierung nicht notwendig. Danach gehen wir bei Bellini lecker frühstücken. Gut gestärkt machen wir gegen 10.00h eine kleine Shopping-Tour. Uggs und Crocs sind schnell gekauft, so dass wir diese im Hotel abladen, bevor wir mit der Greenline durchs Financial District zum Hafen fahren. Am Pier 39 steigen wir aus und laufen dort ein wenig rum, sehen uns die Seals an und stöbern durch den einen oder anderen Souvi-Laden.

Weiter geht’s zum Fishermans Wharf, dort gibt’s zur Stärkung erst mal ein Clamb-Chowder bei Boudin, hmmm lecker. Richtung Giradelli Square laufen wir dann hoch zur Lombard Street, um die obligatorischen Bilder der Zick-Zack-Strasse zu machen. Zurück geht’s quer durch, zum Coit Tower. Rauf sparen wir uns aber, da es mind. eine halbe Stunde dauern würde, bis wir dran wären. Nee, da gucken wir lieber noch ein bisschen zu, wie die Pricess of the Sea den Hafen verlässt. Bei dem böigen Wind, der hier heute vorherrscht, gar nicht so ohne. Wir laufen über die Columbus zurück bis zum Pyramid Building und von dort aus über den Union Square zurück zum Hotel. Natürlich nicht, ohne vorher noch am Union Square im Hotel "Westin" den Außenaufzug zu nehmen. 32 Stockwerke bieten eine super Sicht über San Francisco, man muss allerdings auch die Höhe und Geschwindigkeit ab können. Uns qualmen ganz schön die Socken und unser GPS zeigt gute 16 km an, als wir dann unser Hotel erreichen. Da wir heute Abend nicht mehr weit laufen möchten, reservieren wir uns einen Platz im "Farmer Brown" (direkt im Hotel) und so sitzen wir gegen 19.30h bereits bei einem leckeren Bier am Tisch. Die Bilder der letzten Tage sind bereits gesichert, so dass wir nach dem Essen nur noch in die Federn springen brauchen. Wieder lärmen die zugekifften Obdachlosen auf den Straßen, aber auch diesmal ist irgendwann Schluss und wir finden in unserer ausgelatschten Matratze die nötige Ruhe für den nächsten Tag.

3. Juni 2012 - San Franciso - mit dem Rad über die Golden Gate Bridge

Um 6.45h klingelt der Wecker. Duschen, anziehen und los. Um kurz vor 8.00h sitzen wir bereits zum Frühstück in einem Diner. Von dort aus geht es wenig später zum Fahrad-verleih. Wir radeln kreuz und quer durch die Stadt, versuchen dabei die steilsten Passagen zu meiden und steuern erst mal den Alamo Square an. Leider ist die Sicht und das Licht gegen 10h nicht Hitverdächtig, so dass wir nach ein paar obligatorischen Bildern weiter Richtung Golden Gate Park fahren.

Dort angekommen trifft uns fast der Schlag... O.K. es ist Sonntag, O.K. das Wetter ist toll... aber müssen denn so viele Menschen auf den Beinen sein? Gut, dass es sich im Park verläuft, was man bei der Schlange zur California Academy of Siciences nicht sagen kann. Die stehen hier mind. 2 km weit, in 2er Reihen und wollen da rein – wir fragen uns nur wann, zum Kaffee?

Egal, wir fahren weiter kreuz und quer durch den Park, bis wir am Pazifik stehen. Weiter fahren wir durch den Lincoln Park bis zur Golden Gate Brücke. Der Park ist z.T. sehr steil und so müssen wir die Räder auch noch die Treppen rauf und runterschleppen. Bevor wir über die GGB fahren, cruisen wir noch durch Presidio. Früher abgeschirmtes Militärgelände, ist es heute für die Öffentlichkeit zugänglich, ja sogar zum National Park gemacht worden. Aber auch hier gilt heute: alles rein, was geht. Das gilt aber hauptsächlich für den Bereich am Wasser, weiter im Hinterland ist es eher gemütlich und die ganzen Wohngebäude wirken wie eine Filmkulisse. Wir sehen uns noch das Exploratorium von außen an, bevor wir zurück zur Golden Gate Brücke radeln. Auf der Westseite der Brücke fahren wir rüber nach Sausalito. Den ganzen Tag bereits die Hügel rauf und runter und jetzt der Gegenwind, da sind wir so platt, dass wir beide den Anstieg zum Viewpoint verweigern. Wir radeln nur noch nach Sausalito (haha, es geht mal wieder berg auf) und kommen dort gegen 15.30h an.

Schnell reservieren wir uns zwei Plätze für die Fähre zurück und schlendern dann gemütlich durchs Örtchen. Bei dem schönen Wetter muss ein Eis natürlich sein. So schön das Wetter auch ist, für uns kommt jetzt die Keule. Haben wir doch heute Morgen geschludert und uns nicht eingecremt, so sehen wir jetzt bereits aus, wie zwei Krebse. Na toll, das ist uns ja schon lange nicht mehr passiert. Wir können es aber nicht ändern und halten den Rest des Tages den Kopf aus der Sonne.

Um 17.00h geht’s los, auf die Fähre, so dass wir pünktlich gegen 17.30h die Mole von Sausalito verlassen. Vorbei an Alcatraz geht’s Richtung Pier 1, wo wir um 18.00h anlegen. Wir fahren von hier aus über die Market Street noch zum Mariott-Hotel, entschließen uns aber, erst die Räder weg zu bringen und dann erst auf einen Absacker zurück zu kommen. Gesagt, getan, so sitzen wir gegen 19.00h in der View Lounge vom Mariott Hotel und genießen einen Caipi. Bevor wir ins Hotel zurückgehen, decken wir uns bei Bellinis noch mit Sandwiches ein, da wir heute nicht mehr raus wollen. Wir essen und bleiben im Bett und verlassen dieses auch nicht mehr, so dass uns gegen 22h die Augen zufallen. Unsere Zeit in San Francisco ist schon wieder rum. 2 Tage, die wir intensiv genutzt haben, dennoch sicher sind: wenn man hier zum ersten Mal ist, sollte man mind. 4 Tage zur Verfügung haben.

Wir aber werden morgen früh aufgegabelt und bekommen dann unser WoMo...

 

4. Juni 2012 - von San Francisco nach Santa Cruz

Nachdem um 6.00h der Wecker klingelt, packen wir unsere Sachen zusammen und machen uns für den Pick-up klar. Als wir die Vorhänge aufziehen, trifft uns fast der Schlag: es regnet ! War es doch gestern so toll, dass wir uns nen derben Sonnenbrand im Gesicht verpasst haben, so sieht man heute keinen Fitzel Sonne.

Pünktlich, werden wir um kurz nach 7.00h im Hotel abgeholt. Duschen und Sachen packen ging relativ schnell, nur aufs Frühstück haben wir verzichtet. Quer durch die Stadt, vorbei am Flughafen, fahren wir zur Road Bear Vermiet-Station in Hayward. Bereits um kurz nach 8.00h sind wir dort und müssen feststellen. Die Schweizer sind sehr organisiert und gründlich. In 3er Gruppen werden wir auf Deutsch eingewiesen und bekommen unser WoMo zugeteilt. Na toll, mal wieder ein ungewolltes Upgrade von 19 auf 23ft. Das wird uns wahrscheinlich im Sequoia das Genick brechen, da dort max. 21ft die Regel ist. Schlecht ist das WoMo dennoch nicht, vor allem NEU – es riecht sogar danach. Nachdem der Papierkram erledigt ist, richten wir uns ein wenig ein und verlassen wenig später den Hof von Road Bear. Wir steuern zunächst den nahe gelegenen Foodmarkt an, wo wir uns eine gute Stunde austoben. O.K. die Sachen sollen ja ein paar Tage reichen, so geben wir uns Mühe, nichts zu vergessen. Anschließend holen wir das verpasste Frühstück nach, so dass wir um kurz nach 13 Uhr startklar sind.

Zurück geht’s im Regen über die San Mateo Bridge in Richtung Santa Cruz und wo wir dann schon einmal dort sind, cruisen wir auch gleich durch den Ort und legen einen kurzen Stopp ein, um die Surfer zu beobachten. Hier herrscht reges treiben, obwohl wir die Temperaturen als nicht so gelungen bezeichnen.

Wir fahren weiter, unserem 1. Etappenziel entgegen. Durch die Obst und Gemüsefelder von DelMonte fahren wir bis zum Sunset Beach State Park. Hier suchen wir uns eine Campsite raus und nachdem wir uns mit Kaffee und Muffins gestärkt haben, geht’s auch schon zum Beach.

Es regnet nicht mehr und es reißt sogar ein bisschen auf, aber für einen Sonnenuntergang am Beach reicht es einfach nicht. Es reicht aber, über den nicht vorhandenen Zaun hinweg, ein paar Erdbeeren “einzukaufen“. Sind die riiiiesig und leeeeeker. Wir verbringen den 1. Abend, da kalt und windig, im WoMo und nach Sandwich und Bier fallen uns auch schon bald die Augen zu. Mal sehen wie das Wetter morgen wird, denn wenn es so bleibt nehmen wir nach Monterey den direkten Weg in die Berge.

 

5. Juni 2012 - von Santa Cruz in den Sequoia National Park

Wow, was für ein langer Tag ! Um 20.30h machen wir die Leinen fest, ähhh, den Motor aus. Aber, von vorne... Nach einer supertollen 1. Nacht in unserem WoMo klingelt um 6.00h der Wecker. Im Gegensatz zu gestern scheint heute wieder die Sonne, so dass wir sofort aus den Federn kommen. Wir brauchen dennoch fast 2 Stunden, um den Tag gemütlich zu beginnen. Nach Frühstück und Abwasch, machen wir uns noch mal auf, über die Düne den Pazifik zu bestaunen. Auf dem Rückweg können wir es uns nicht verkneifen, das Erdbeerkörbchen noch mal voll zu machen. Das geht, bei den Atom-Erdbeeren, ziemlich schnell und so sind wir um kurz nach 9.00h auf dem Weg nach Monterey. Dort angekommen, stellen wir unser Womo auf den Parkplatz am Hafen und laufen die paar Schritte zum Pier rüber. Wieder liegen, wie an Pier 39 in San Francisco, die Seals auf einem Ponton und geben alles. Wir gönnen uns, obwohl es erst 10.30h ist, ein 2. Frühstück, in Form von Fish’n Chips – lekker.

Bereits um kurz nach 11.00h cruisen wir wieder, diesmal über die Cannery Row durch Monterey. Richtig nett, bis raus zum Leuchtturm geht unsere Fahrt. Hier stehen wirklich nette Hütten mit riiiiesigen Kiefern im Garten, das könnte uns gefallen. Anschließend nehmen wir den Highway #1 in Richtung Bis Sur.

Immer wieder halten wir, um die tolle Aussicht zu genießen und ein paar Bilder zu machen – wir sind begeistert.

Gegen Mittag kommen wir im Julia Pfeiffer Burns State Park an, ziehen ein Ticket und laufen zum Aussichtspunkt des Wasserfalles. Dieser ergießt sich in den Pazifik, das sieht toll aus und gibt ein gutes Fotomotiv ab. Da die Zeit schon ein wenig drängt, machen wir uns um kurz vor 14.00h auf zur Weiterfahrt.

Wollen wir doch heute noch bis in den Sequoia National Park. Lediglich gestoppt von ein paar Baustellen mit Wartezeit und unzähligen Fotostopps, kommen wir um 15.30h kurz vor San Simeon zu einer See-Elefanten Kolonie (Elefanten??? wir sind doch nicht in Afrika). Die liegen alle faul am Strand rum und geben schöne Motive ab. Wir aber, nachdem wir uns noch einen schnellen Kaffee gegönnt haben, machen uns auf den Weg und verlassen den Highway #1 und den Pazifik...

Schade, wir wären gerne noch geblieben. Einziger Wehrmutstropfen: es stürmt so sehr, dass keine Frisur der Welt halten würde...

Haben wir heute Morgen unzählige Obst und Gemüsefelder (DelMonte, Dole, etc.) passiert, so kommen wir jetzt an einem Weingut nach dem anderen vorbei. Abgelöst wird das ganze von Rinderfarmen und wiederum von Obstplantagen. Die eigentlich eintönige Überfahrt wird dadurch eher reizvoll und vergeht ziemlich schnell. Wir legen in Visalia noch einen kurzen Tankstopp ein und fahren dann, die letzten 50 mi, unserem Ziel entgegen. Es dämmert bereits, als wir um kurz vor 20.00h das Gate vom Sequoia National Park erreichen. Leider erfahren wir hier, dass unser WoMo (wie zu befürchten) zu lang für die Auffahrt über den Generals Highway ist. Bei 22ft ist Schluss, unser WoMo ist 23ft ! – da machen die keine Ausnahme. Ein wenig angefressen, nehmen wir die Alternative in Kauf und fahren zum 4 mi im Park gelegenen Potwisha Camp. Hier bleiben wir die Nacht und morgen fahren wir zurück und über die #245/180 nördlich in den Park hinein. Das wird wahrscheinlich mind. 2 Stunden dauern, hilft jetzt aber nichts. So sitzen wir um 20.30h mit etwas langen Gesichtern im WoMo und planen den morgigen Tag ein wenig um. Zu essen gibt’s, da schon so spät, ein Sandwich und ein Bier und nachdem wir geduscht, gegessen und die Bilder gesichert haben (natürlich auch Tourbook geschrieben haben) geht’s gegen 22.30h in die Federn. Wir wollen morgen ganz zeitig raus, um den Tag noch ein wenig zu retten.

 

6. Juni 2012 - Sequoia National Park

Um 5.45h klingelt der Wecker. Bis wir soweit sind ist es 7.00h und so verlassen wir den südlichen Teil des Seqouia und fahren über Lemongrove über die #245 Richtung Norden.

Gut, dass wir dem Rat der Dame am Gate nicht gefolgt sind und doch die “winding“ 245 genommen haben. Die ist super toll. Das Ganze nennt sich Dry Creek Canyon und es geht vorbei an einigen Farmen. Ja, die könnten uns auch gefallen. Kurz vor der Einfahrt in den Kings Canyon NP kommen wir zurück auf die #180. Für die 80mi haben wir ca. 2 Stunden gebraucht und mit ein paar ersten Fotostopps in den Parks stehen wir gegen 10.00h bereits am Lodgepole Campground. Hier stehen wir wieder vor unserem 23ft Problem, denn die von uns vorgebuchte Campsite ist nur bis 21ft, also viiiel zu klein. Wir können den Platz aber problemlos tauschen und nach einer kleinen Stärkung machen wir uns auch wieder auf den Weg. Wir parken den Wagen am Giant Forest Museum, um von dort zu Fuß bis zum Moro Rock zu laufen. Lässt sich gut laufen und die ersten Giants können wir auch bereits besichtigen. Die Stufen rauf zum Moro Rock machen wir mit Links. Von hier oben hat man eine gute Sicht auf die Serpentinen, die wir mit unseren 23ft nicht rauf dürfen (die sind aber auch nicht ohne). Leider ist die Fernsicht nicht allzu gut, so dass wir uns wenig später bereits an den Abstieg machen. Durch den Wald geht es zum Tunnel Log, leider führt von dort kein richtiger Wanderweg zum Cresent Meadow, so dass wir den Rest der Strecke über die Strasse müssen. Dort angekommen, entschließen wir uns die 2,5mi bis zum General Sherman Tree zurück zu laufen. Leider ist der Einstieg etwas unübersichtlich. Heißt es doch, die Wege hier wären confusing, würden wir eher sagen, dass es eine einigermaßen gute Beschilderung auch tun würde. Wir finden aber den Weg und sind uns einig, dass sich dieser Trail gelohnt hat. Es ist Wahnsinn, wie viele dieser riesigen Seqouias hier stehen. Die Wanderung ist total kurzweilig, so dass wir erst gegen 16.00h am General Sherman Tree stehen.

O.K. das ist wohl der Größte der Sequoias, aber so richtig flasht der nach der tollen Wanderung nicht mehr. Auch vielleicht, weil hier viel zu viel los ist. Wir nehmen den Shuttle zurück zum Museum und fahren dann zurück nach Lodgepole. Wir erwerben noch ein Grillrost (die hier sind immer ziemlich versifft) und ein Bundle Holz. Danach beziehen wir unsere neue Campsite und es gibt nen leckeren Kaffee. Es ist zwar schon nach 17.00h, dennoch beschließen wir, den Trail zu den Wasserfällen zu laufen. Das wird knapp, aber mal sehen. Hmmm, gefühlt nur ein paar Meter später, kommt uns ein völlig aufgelöstes Paar entgegen – Bär-Alarm! Direkt auf dem Weg vor uns. Wir gehen zwar noch ein bisschen weiter, aber so ganz geheuer ist uns das nicht, wir wollen ja nicht als Dinner enden. Also kehren wir um, machen noch ein paar Bilder vom Fluss und sind gegen 18.30h wieder zurück am WoMo. Jetzt wird erst mal Feuer gemacht und während ich diese Zeilen schreibe, bereiten wir uns auf unser 1. BBQ vor. Da wir uns auf 2000m Höhe befinden, sinken die Temperaturen nach Sonnenuntergang ganz schön (ey, wir sind doch nicht in Afrika). Wir halten natürlich durch, essen aber bei nur 7°C, bevor wir uns ins WoMo verziehen. Morgen werden wir ausschlafen.

 

7. Juni 2012 - vom Sequoia in den Yosemite National Park

Das nenn ich ausschlafen. Um kurz vor 7.00h klingelt der Wecker. Schnell die Heizung an und wenig später sind wir schon auf den Beinen. Wir frühstücken heute mal draußen, da es nicht so kalt ist. Komischerweise hat unser Kühlschrank heute Nacht seinen Betrieb eingestellt, noch wissen wir nicht warum, aber bei den Temperaturen, brauchen wir uns um unsere Tiefkühlkost noch keine Sorgen zu machen.

Planmäßig gegen 9.00h sind wir dann zur Weiterfahrt bereit. Wir haben jetzt gute 150mi bis in den Yosemite NP vor uns. Zuerst schrauben wir uns die #180 aus dem Kings Canyon runter, dann geht’s wieder mal durch diverse Obstplantagen Richtung Fresno. Hinter Fresno tanken wir kurz, diesmal mit Voranmeldung, so dass wir auf Kredit Karte mal richtig voll tanken können und so gehen dann auch gute 46 Gallonen rein in den Tank. Wir versuchen es auch gleich noch mal mit dem Kühlschrank und siehe da, er funzt wieder. Wahrscheinlich ist ihm die kalte Bergluft nicht bekommen. Wir fahren weiter und gegen Mittag stehen wir am Gate des Yosemite National Parks. Bis runter ins Valley sind es jetzt noch mal 50mi, aber ab jetzt ist auch eher der Weg das Ziel. Wir halten zunächst hinter dem Tunnel, um von hier den 1. Blick ins Valley zu erhaschen. El Capitan und Half Dome erstrahlen im Sonnenschein, so dass wir unsere Bilder von vor 16 Jahren wohl ad acta legen können. Nächster Stopp sind die Bridalveil Falls. Hier laufen wir zu Fuß hin, machen uns aber nach den obligatorischen Bildern wieder auf, um nur wenig später im Valley zu halten und ein schönes Bild vom El Capitan einzufangen. Wir nehmen noch mal den Loop zurück, um den Valley View zu genießen. Von hier hat man wirklich eine tolle Sicht auf das gesamte Tal. Da es jetzt bereits 15.00h ist, fahren wir zum Upper Pines Campground. Hier haben wir bereits vor Monaten eine Campsite reserviert. Leider nur für eine Nacht, dann müssen wir umziehen. Es ist schon ziemlich voll hier und hat einen gewissen Sommercamp Charakter, aber... so soll’s wohl sein.

Unsere Campsite aber ist gar nicht schlecht. Wir parken den Wagen, genießen nen Kaffee und machen uns dann noch mal auf die Socken. Der Versuch, die schöne Campsite über die eine Nacht hinaus zu retten ist vergeblich. So müssen wir morgen das WoMo über Tag auf nen Parkplatz stellen und nach unserer Wanderung auf den Lower Pines Campground umziehen. Wir laufen noch ein Stück durchs Valley, bis wir am Visitor Center die Info bekommen, dass wir die Karten für den morgigen Busshuttle nur in der Lodge bekommen. Also fahren wir mit dem Bus bis zur Lodge, erwerben unsere Tickets für Morgen früh und fahren dann wieder mit dem Valley-Shuttle zurück zum Camp. Um 18.30h zurück, machen wir Feuer und bereiten uns für den Abend vor. Heute grillen wir noch mal, da es sich irgendwie anbietet. Da hier so ziemlich alle das Feuer an haben, wundert es auch nicht, dass die Feuerwehr ständig Patrouille fährt.

Es ist viel wärmer, als Gestern im Seqouia, so halten wir auch entsprechend lange aus. Nur die Mücken stören ein wenig, aber da müssen wir durch. Bei noch 17°C werden nach dem Essen die Bilder noch mal gesichert, bevor es gegen 22.30h ins Bett geht.

 

8. Juni 2012 - Yosemite National Park

Kurz nach 6.00h klingelt der Wecker. Es ist herrlich, also frühstücken wir draußen. Anschließend packen wir unsere Sachen zusammen und fahren das WoMo vom Upper Pine Camp auf die Straße. Da man hier überall direkt an der Straße stehen kann, verkneifen wir uns mit dem 23ft Trümmer das Rangieren auf dem Parkplatz. Wir nehmen den Valley Shuttle Bus und sind pünktlich an der Lodge. Von hier bringt uns, gegen 8.30h, ein Bus zum Glacier Point. Die einstündige Fahrt da rauf, wird von dem Fahrer sinnvoll genutzt und so bekommen wir einige Sachen aus dem Nähkästchen erzählt.

Um kurz vor 10.00h sind wir am Glacier Point. Wir machen, trotz des nicht optimalen Sonnenstandes, ein paar Bilder vom Half Dome und vom Valley und sind dann 20 Minuten später bereits auf dem Panorama Trail. Wow, ist das schön hier. Eine tolle Sicht. Glücklicherweise geht’s die ganze Zeit bergab und wir können immer wieder das Panorama genießen. Nach ca. 90 Minuten sind wir am Illouette Falls. Sehen kann man ihn nur kurz vorher, aber auch nicht ganz. Wir legen oberhalb des Falls ein kleines Päuschen ein, bevor wir uns an den Aufstieg machen. Waren von der anderen Seite des Trails die beiden Wasserfälle (Nevada u. Vernal) fast immer zu sehen, so können wir sie auf dieser Seite des Trails nur hören. Das ändert sich erst, kurz vor dem Abstieg zu den Nevada Falls. Wow, wieder sind wir begeistert. Das ist schon gewaltig, wie sich das Wasser in die Tiefe stürzt. Hier bleiben wir erst mal und machen eine ausgedehnte Pause, denn irgendwie schmerzen doch etwas die Füße und das mitgebrachte Sandwich und die Eier wollen auch nicht wieder den Berg runter. Nach einer knappen Stunde machen wir uns aber wieder an den Abstieg.

Es geht über 2000 Stufen hinunter, an den Nevada Falls vorbei, bis zu den Vernal Falls. Hinter den Vernal Falls geht’s über den Mist Trail weiter ins Tal. Ja dieser Teil des Abstieges ist nicht nur genau so steil wie der obere, hier hat’s auch die Gischt vom Wasserfall. Da heißt es, aufpassen und nicht ausrutschen (ist mir ja schließlich heute schon passiert). Bevor wir das letzte Stück ins Tal runter laufen, kommen wir zum letzten Mal über eine Brücke. Leider ist hier die Sicht auf die Vernal Falls nicht mehr so gut, wie erwartet. Glücklicherweise sind wir gestern Abend nicht mehr bis zu dieser Brücke rauf gelaufen, wir wären bestimmt enttäuscht gewesen. Der Weg von unten, bis zu dieser Brücke lohnt nun wirklich nicht. Im Tal angekommen schnappen wir uns den nächsten Shuttle und fahren zurück zum WoMo.

Da es bereits nach 17.00h ist, ist der Camp Eingang nicht mehr besetzt. Da wir eine Reservierung haben, ist uns das ziemlich egal, also beziehen wir unsere Nr. 58. Der Lower Pine Campground ist nicht nur viel kleine als der Upper Pine, die Stellplätze sind auch sehr eng und es ist ziemlich viel los. O.K. das war gestern ähnlich, da haben wir aber nicht so mittendrin gestanden. Da wir nach der Wanderung ziemlich K.O. sind, bleibt heute mal die Küche kalt. Es gibt Sandwiches. Vor, während und nach dem anschließenden Duschen, fallen uns bereits die Augen zu, so dass wir zeitig in die Federn fallen. Unsere Zeit hier ist bereits gezählt, da wir Morgen Richtung Death Valley weiter fahren.

Fazit: das Yosemite Valley ist wirklich schön, leider, oder aber gerade deshalb aber auch ziemlich crowded. Wer damit kein Problem hat, sollte sich das unbedingt ansehen. Wir sind froh, hier gewesen zu sein. Hatten wir doch heute eine superschöne Wanderung.

 

9. Juni 2012 - vom Yosemite NP nach Lone Pine

Heute reicht’s nur für einen kurzen Abriss des Reisetages. Wir packen zusammen und fahren über den Tioga Pass zunächst zum Olmsted Point. Hier machen wir ein paar Bilder, bevor wir am Lake Tenaya und an den Tuolumne Meadows vorbei fahren. Die Straße schraubt sich ganz schön zum Tioga Pass rauf, der sogar vergangenen Montag, als es in San Francisco geregnet hat, wegen Schnee gesperrt war. Auf der anderen Seite geht die Passstraße genau so derbe wieder runter. Am Ende der Tioga Road sehen wir bereits den Mono Lake vor uns. Wir steuern aber zunächst den Overlook an und da wir hier einen recht guten Handyempfang haben, machen wir den längst überfälligen Anruf zu Hause...

Was wir hören, lässt unsere schlimmsten Befürchtungen wahr werden. Unser geliebter Kater ist gestern über die Regenbogenbrücke gegangen. Wir sind so unfassbar traurig darüber. Fast 12 Jahre war er unser Begleiter und hat uns so viel Freude bereitet.  Unsere Gefühle fahren daher den Rest des Tages 8er Bahn.

Wir spulen dennoch unser Programm ab, fahren an den Mono Lake, machen dort ein paar Bilder und fahren dann Richtung Lone Pine.

Durch Bishop, Big Pine und Independence geht die Fahrt, bevor wir in Lone Pine auf die Mount Whitney Portal Road abbiegen. Wir fahren die Straße rauf bis zum Lone Pine Campground, finden diesen aber nicht so schön und fahren zurück bis zum Tuttle Creek. Dieser Platz ist wunderschön, hat man doch eine gute Sicht auf die Alabama Hills und das Valley. Wir suchen uns eine der vielen freien Plätze raus und räumen die Stühle in den Schatten. Doch nur wenig später kann man einen Sandsturm durchs Valley herannahen sehen. Das gibt’s doch nicht. Jetzt haben wir hier so einen schönen Platz und müssen wegen Sandsturm drinnen sitzen.

Wir machen uns Enchiladas, die aber keinem von uns so richtig schmecken wollen und gehen früh ins Bett. Eine, ich nenn es mal "unruhige" Nacht verbringen wir in dieser eigentlich schönen Gegend.

 

10. Juni 2012 - durch das Death Valley zum Lake Mead

Die ganze Nacht hat der Sandsturm geblasen. Alle Luken waren zu, damit nicht allzu viel Staub reinkommt, dennoch kühlt es über Nacht gut ab. Wir stehen gegen 6.00h auf und machen uns zum Frühstück ein paar Pancakes. Anschließend spülen wir und packen zusammen. Wollten wir doch gestern planmäßig zum Sonnenuntergang zu den Alabama Hills (wollten wir wirklich? eher nicht), holen wir das heute Morgen nach. Allerdings ist der Sonnenaufgang schon gute 2 Stunden her. Das Licht ist dennoch prima und so krackseln wir ein wenig auf den Felsen rum und machen das ein oder andere Bild. Das ganze erinnert uns jetzt wieder an Namibia, Spitzkoppe oder aber die Gegend um den Fish River Canyon sieht ähnlich schön aus. Wir gurken mit dem 23-ft Camper noch ein wenig über die Movie Road, haben aber bei der Wellblechpiste keine wirkliche Freude daran. Zu unserem Erstaunen sehen wir, das in unzähligen Ecken gecampt wird. Das muss man wissen, das wäre auch eine richtig coole Sache.

Es ist bereits kurz vor 10.00h als wir die Weiterfahrt angehen. Der Tag wird noch lang, da wir bis Las Vegas, bzw. an den Lake Mead wollen. Wir fahren zunächst durchs Death Valley, die Fahrt dorthin ist sehr spektakulär, stellt man sich doch hin und wieder die Frage „die wissen schon, dass es auch Serpentinen gibt“ die Straße durchs Valley führt z.T. gerade hoch und da wir von Sea Level auf ca. 4000ft und wieder auf Sea Level gehen, ist das schon nicht ohne. Wir legen einen kleinen Stopp hinter Stovepipe Wells ein, um dort auf den Sanddünen rumzukraxeln. Man, ist der Sand heiß. Sind FlipFlops doch manchmal ne gute Wahl, kann man hier nur davon abraten, da der heiße Sand einem direkt die Füße verbrennt. Und heiß ist es hier auch, das glaubt man kaum, aber wohl auch der Grund, dass die meisten WoMo Vermieter eine Durchfahrt in Sommer verbieten.

Wir halten auf der Weiterfahrt kurz bei der Furnance Creek Ranch an, haben aber keine weitere Motivation hier zu bleiben und fahren weiter zum Zabriski Point. Hier waren wir vor 16 Jahren schon mal zum Sonnenaufgang (haben wir das wirklich gemacht?) Jetzt ist das Licht leider nur bedingt für ein Foto tauglich, außerdem ist hier viel zu viel los, daher fahren wir weiter: Über Pahrump (hier wollen wir nicht tot überm Zaun hängen) geht’s in den Dunstkreis von Las Vegas.

Kaffeepause machen wir gegen 16.00h am Red Rock Canyon Overlook und dann geht’s auch schon auf die Interstate an Las Vegas vorbei und in Richtung Boulder. Dort fahren wir in die Lake Mead Recreaction Area. Über den Lakeshore Drive geht’s zum Campground, dem Las Vegas Bay Campground. Wir suchen uns eine nette Site (No. 30), mit Blick auf den Lake Mead. Leider ist hier alles darauf ausgelegt, dass der Lake irgendwann mal voll ist (reines Wunschdenken), so dass man vom Wasser leider viel zu weit entfernt ist. Wir laufen zwar noch ein wenig zum Creek runter, kommen aber an keiner Stelle so richtig ran. Zurück, gibt’s die Reste von Gestern, aber auch heute ist der Klos im Hals noch zu spüren. 

Wir bleiben, bei lauen Temperaturen lange draußen sitzen und lauschen den Geräuschen der Großstadt. Kommen den ganzen Abend die Flieger wie am Schnürchen rein, so ist es ab 22.00h doch ein wenig ruhiger. Aber so ist das wohl in der Nähe einer Großstadt und in einem „Naherholungsgebiet“ am Wochenende, da fahren bis weit in die Nacht die Autos durch die Gegend. Wir sichern noch mal unsere Bilder und gehen dann irgendwann ins Bett.

 

11. Juni 2012 - Wandern im Goldstrike Canyon/Baden im Lake Mead

Wie immer, gegen 6.00h klingelt der Wecker. Da hier ein laues Lüftchen weht, ist es auch angenehm abgekühlt. Wir frühstücken draußen, mit Fernblick auf den Lake Mead, und packen anschließend zusammen. Zwar haben wir heute keine Strecke vor der Brust, dennoch wollen wir zeitig weg, da wir die Wanderung durch den Goldstrike Canyon machen wollen und je später, desto heißer.

Wir kommen um kurz noch 7.30h weg, sagen dem Camp-Host, dass wir wiederkommen wollen und fahren los. Am großen Hacienda Hotel vorbei kommt bereits die Abfahrt, die wir prompt verpassen, also überqueren wir zunächst die neue Brücke über den Black Canyon, der Hoover Damm ist nach der Fertigstellung im Herbst 2010 nicht mehr für den Verkehr offen. Wir drehen, fahren zurück und finden dann auch direkt die Zufahrt zum Parkplatz des Trailheads (na ja, Schotterplatz im Canyon trifft‘s besser).

Gegen 8.15h laufen wir los. Die ersten Meilen geht’s durch die Schlucht durch tiefen, groben Sand, das ist schon anstrengend. Richtig aufregend wird’s dann aber, als die ersten Passagen über Stock und Stein vor uns liegen. Wir krackseln drüber und runter und zum Teil mit Hilfe von befestigten Seilen geht’s die Schlucht hinab zum Colorado.

Nach ca. 2,5mi stehen wir dann an den Hot Springs, ja hier im Canyon gibt’s die wirklich. Kleine angelegte Pools laden zum Baden im warmen Wasser ein, wir aber wollen zunächst runter bis an den Colorado. Wenig später, nach noch mind. 4 Abseilaktionen, sehen wir ihn vor uns liegen. Schnell sind die Wanderschuhe aus und Barfuß geht’s rein ins Wasser. Wow, ist das kalt. Wollten wir doch im Colorado baden, nehmen wir davon jetzt ganz schnell Abstand. Wir suchen uns eine Stelle, wo sich der Zulauf der heißen Quellen mit dem Colorado mischt und so haben wir unsere Wunschtemperatur schnell gefunden.

Nach einer Stunde Pause (sind doch fast unsere Schuhe davon geschwommen), machen wir uns auf den Rückweg. Bis zu den Hot Springs ist das schwierigste Stück fast geschafft. Hier kühlen (eher erfrischen) wir uns noch mal im Wasser, bevor es die restlichen 2,5mi zurückgeht. Aber diese Strecke hat es in sich. Durch den tiefen Sand, steil bergauf mit diversen Klettereinlagen, kommen wir nur langsam voran. Nicht zu vergessen, die brüllend heiße Sonne, die jetzt gegen Mittag im Canyon steht. Wussten wir zwar, dass das anstrengend wird, so hat aber keiner damit gerechnet, dass es so anstrengend wird.

Als wir um 13.15h am Camper stehen, sind wir völlig fertig, durstig und verschwitzt. Wir haben eine Stunde länger gebraucht, als gedacht. Naja, es treibt uns ja nichts. Nachdem wir uns ein wenig erholt haben, fahren wir zurück zum Lake Mead. Entgegen unserer Planung fahren wir aber nicht bis ans Ende zum Las Vegas Bay Campground, sondern bleiben vorne am Boulder Beach Campground. Auch sehr nett und etwas näher am Wasser. Ja sogar mit Seeblick.

Nach einem Kaffee fahren wir mit dem WoMo runter an den Kiesstrand und gehen im Lake Mead baden. Anschließend fahren wir noch nach Boulder City und frischen unsere Lebensmittelvorräte auf. Zurück an der “Lakeview“ Campsite machen wir Feuer und wenig später liegt das Fleisch auf dem Grillrost. Noch wärmer als gestern Abend verbringen wir diesen bis 22.30h unter freiem Himmel.

 

12. Juni 2012 - über den Zion NP und Bryce Canyon NP ins Kodachrome Basin

Als um 6.00h der Wecker klingelt, muss ich, noch vor dem Aufstehen die ersten Tiere fotografieren. Es war zwar warm in der Nacht, aber es ging gerade noch so. Dass wir draußen frühstücken ist selbstverständlich.

Wir räumen zusammen und kommen gegen 8.00h weg. Fahren wir zunächst über die Bay Road Richtung Echo Bay und dem Valley of Fire, so lassen wir dies aber links liegen. In Overton stürmen wir einen ACE Hardware Laden und finden die Chemie fürs Klöchen. Nur schwer kann Axel sich von den ganzen Grills losreißen. Typisch Mann, könnte er doch direkt einen kaufen. Wir fahren auf die Interstate 15 Richtung St. Georg, passieren ein Stück Arizona und kommen dann nach Utah (1 Stunde Zeitverschiebung). Wir fahren in Hurrikane ab und sehen uns (zum 1. Mal in unserem Leben) in einem Harley Laden um. Sollen wir doch für Axels Kollegen ein T’Shirt mitbringen. Da wir aber nicht so richtig fündig werden, verschieben wir das und fahren weiter. Nur kurze Zeit später kommen wir in den Zion National Park. Da wir hier bereits 2x waren, reicht’s diesmal nur für eine Durchfahrt durch den Tunnel (der kürzeste Weg). Wir fahren weiter, an unzähligen Farmen vorbei, bis wir an den Bryce Canyon kommen. Auch hier waren wir bereits 2x, dennoch können wir uns einen kleinen Fotostopp an diversen Lookouts nicht verkneifen.

Nach einer Kaffeepause fahren wir dann aber gegen 17.00h weiter. Da es von hier bis zum Kodakchrome Basin nicht weit ist, stehen wir bereits eine knappe Stunde später auf unserer Campsite (No.7). Nach einem Anleger, laufen wir den Campground ab und finden eine noch nettere Campsite (No. 22) und so ziehen wir, typisch deutsch, noch mal um. Es ist genau so schön hier, wie wir es in Erinnerung haben. Morgen früh wollen wir noch ein paar Schritte laufen, um das ganze noch ein wenig auszukosten. Es ist bereits kurz vor 20.00h, als wir das Feuer anmachen und bis die Glut soweit ist und die Hamburger auf dem Rost liegen, ist es bereits 21.00h. O.K. wir reden uns jetzt mal ein, dass wir die Zeit von gestern hätten, also gibt’s gegen 20.00h was zu essen. Es kühlt schön ab, so dass wir noch bis 23.00h draußen sitzen und eine erholsame Nacht haben werden.

 

13. Juni 2012 - Reiten im Kodachrome Basin und viel Mühe, ein Quad zu bekommen

Zeitumstellung, da müssen wir uns jetzt erst mal dran gewöhnen. Klingelt der Wecker, wie gewohnt, um 6.00h, geht so gerade eben erst die Sonne auf. Die Temperaturen hier haben es aber in sich, so dass wir gen Morgen im einstelligen Bereich sind. Da bleiben wir doch noch was liegen. Es treibt uns ja auch keiner, da wir später nur die knapp 70 Meilen bis nach Escalante wollen. Wir frühstücken etwas später, aber draußen, bevor wir uns für eine Wanderung über den Panorama Trail fertig machen.

Wir laufen gegen 8.30h los und kurz bevor wir in den Trailhead einbiegen, kommt doch tatsächlich ein Cowboy mit ein paar Pferden über die Straße. Hmmm, reiten wäre auch toll. Also fragen wir gleich mal... und haben Glück. Ja, er hat noch 2 Pferde und so zockeln wir um 9.30h auf dem Pferderücken über den Panorama Trail. Es ist herrlich, wenn auch ziemlich staubig. Die Nasen werden im Laufe der guten Stunde immer trockener und von den Zip-Hosen ist auch bald nichts mehr zu erkennen. Müßig, zu erwähnen, dass wir mal wieder mit kurzer Hose geritten sind. Waren wir ja eigentlich nicht drauf vorbereitet, da muss man auch mal die Zähne zusammen beißen.

Um kurz vor 11.00h sind wir zurück – total eingestaubt, aber zufrieden. Wir laufen zurück zum WoMo und duschen erst mal. Danach gibt’s noch mal nen Kaffee und ein Sandwich, bevor wir weiter fahren. Vorher leeren wir aber noch mal unsere Abwassertanks, denn man weiß ja nie, wann wir die nächste Gelegenheit bekommen. Bevor wir das Kodachrome Basin verlassen, sehen wir uns noch den Chimney Rock an. Die anschließende Fahrt über die Cottonwood Canyon Road brechen wir ziemlich schnell wieder ab. Das ist einfach nichts für den Trümmer (und wieder wünschen wir uns einen Hilux). Wir fahren daher nach Escalante, halten auf dem Weg an ein paar Viewpoints und sind gegen 15.00h bereits am Ziel. Naja, nicht ganz. Zunächst einmal ist der Campground bereits voll, so dass wir nur noch an der Lake Side stehen dürfen (ist aber auch nicht das schlechteste), dann aber kommt das, was man durchaus als Odyssee bezeichnen kann.

Haben wir bereits bei der Recherche zu Hause vor dem Problem gestanden, dass hier nicht wirklich viele Jeep-Anbieter vor Ort sind, so stellen wir jetzt fest, dass es nur noch einen gibt, der hat sein Business aber gerade verkauft... an ??? hmmn, da geht’s schon los, keiner weiß so richtig wer und wo jetzt was vermietet, na toll. Wir bekommen zwei Telefonnummern in die Hand gedrückt, müssen aber feststellen, dass es unser Handy hier nicht tut. Bei vollem Ausschlag, gibt’s hier keinen Deal mit AT&T, das kann doch nicht wahr sein. Wir fahren also in Visitor Info Center und fragen mal nach. Naja, vielleicht kennen wir den auch. Aber anrufen, nein, dass können wir nicht, wir sind eine staatliche Einrichtung, da dürfen wir nicht telefonieren. Häää? Das soll jetzt einer verstehen. Dann sollen wir doch eben das einzige öffentliche Telefon in Ort benutzen. Würden wir gerne, das funktioniert aber nicht. Dann werden wir zur Telefongesellschaft geschickt und die lassen uns dann sogar telefonieren. Der Jeep ist leider für morgen nicht mehr frei, aber bei der anderen Telefonnummer können wir für morgen noch einen ATV klar machen. Wir fahren da gleich mal vorbei. Haha, wieder so eine Sache, denn wir bekommen nur die Center Street als Anschrift genannt, es gibt aber die South und die North. Wir nehmen mal die North und... natürlich, die ist falsch. Es dauert noch mal eine Ewigkeit, bis wir dann endlich, etwas abseits des Ortes bei Travis auf dem Hof stehen. Er hat das  Business gekauft, ist aber noch ganz am Anfang, da er auch noch seine Alfalfa-Farm bewirtschaftet und sich ein schönes Farmhaus baut. Wir verabreden uns für morgen Früh und machen uns dann wieder (besser: endlich) auf den Rückweg.

Zum späten Nachmittagskaffee am See reichts gerade noch, danach machen wir uns noch mal auf und laufen den Petrified Forrest Loop. Nicht der Hit, da haben wir schon schönere versteinerte Bäume gesehen, aber wir wollen unbedingt noch ein bisschen laufen. Wieder zurück gibt’s was auf die Gabel und da wir die letzten Tage so viel Fleisch hatte, gibt’s heute mal Süß- und Normalkartoffeln untereinander. Hmm, auch ganz lecker. Wir sitzen bei lauen Temperaturen (wenn auch etwas windig) am See. Beim hoch laden des Rechners bekomm ich die Meldung, dass wir ins Internet können und das versuchen wir gleich mal. Das gibt’s doch wieder nicht. Das ganze Gehampel heute, nur weil wir kein Handyempfang haben (Empfang ja, aber den falschen Operator) und hier am See kommt man mal ganz locker ins Netz. Und das nutzen wir dann auch.

Und morgen werden wir dann endlich die “Hole in the Rock Road“ mit nem Quad fahren. Da sind wir ja mal gespannt.

 

14. Juni 2012 - mit dem Quad über die Hole in the Rock Road

Pünktlich um 6.00h klingelt der Wecker, wollen wir doch heute die HITRR mit dem ATV machen. Da wir vorher noch was Bares ziehen wollen, sind wir um kurz nach 7.30h auf dem Weg.

Gegen 8.00h stehen wir dann wieder bei Travis und nehmen, nach nem bisschen Papierkram und Geldübergabe unseren kleinen gelben Flitzer in Empfang. Bandanas und Ski-Brillen, damit wir nicht so viel Staub schlucken, gibt's auch noch und los geht’s. 

Wir fahren zunächst hinten rum, über einen unbefestigten Farmweg, bis zur HITRR. So haben wir uns auch den Weg zurück nach Escalante gespart und viel weniger Verkehr. Obwohl, so viel ist zu dieser Zeit noch gar nicht los.

Bereits um kurz vor 9.00h stehen wir im Devils Garden. Hier stehen wunderschöne Felsen, in allen Farben und Formen. Das ist ja mal wieder das richtige für uns. Nur schwer können wir uns losreißen, aber wir wollen auf jeden Fall noch in den Peek-a-boo Canyon, so dass wir dann doch weiter fahren. An ein paar Abzweigen vorbei (keine Zeit, keine Zeit), kommen wir dann ca. bei Mile 26 an den Abzweiger und 'reiten' die restliche Meilen bis zum Trailhead Parkplatz über eine doch ziemlich unebene Piste. Das könnte man nie mit einem normalen PKW machen, vom WoMo brauchen wir da gar nicht erst sprechen.

Es ist gegen 11.30h, als wir uns an den Abstieg in den Canyon machen. Es geht ganz schön steil runter (da müssen wir dann wohl auch wieder rauf) und unten kommen uns bereits die ersten mit riesig roten Köpfen entgegen. Die Temperaturen meinen es auch heute wieder gut mit uns, aber da müssen wir jetzt durch. Zunächst einmal nehmen wir den ersten Canyon und laufen diesen ca. 30 Minuten rein, da wir aber unbedingt in den Peek-a-boo Canyon wollen, kehren wir um und stehen bald vor dem Einstieg in diesen. Der hat es bereits in sich und dürfte für einige schon das Aus bedeuten. Wir klettern aber hoch und rein in den Canyon und werden für die Anstrengungen belohnt. Man ist das eng hier, aber total klasse. Wir laufen, nein klettern durch den engen Slot und nach ner Meile (fühlt sich irgendwie mehr an) sind wir auf der Rückseite wieder draußen. Hier machen wir erst mal Picknick und überlegen, ob wir den gleichen Weg wieder zurück nehmen, oder versuchen, im Hinterland den Einstieg für den Spooky Canyon zu finden und durch diesen wieder zurück laufen.

Gesagt, getan und doch verpeilt. Leider finden wir zwar einen gut gekennzeichneten Weg zurück, doch der führt irgendwann doch wieder zurück in den Peek-a-boo Canyon. O.K. so soll’s dann sein. Als wir dann wieder vor dem Einstieg stehen, ist es bereits nach 14.00h. Wir überlegen, doch noch bis zum Spooky Canyon zu laufen, brechen das vorhaben aber nach einer halben Stunde ab, da wir bis dahin nur etwa die Hälfte des Weges durch tiefen Sand schaffen. Das dauert uns dann doch zu lange und so laufen wir zurück und nehmen den steilen Aufstieg in Angriff. Völlig fertig stehen wir um kurz nach 15.00h wieder an unserem kleinen gelben Flitzer. Nach einer kurzen Erholungsphase machen wir uns auf den Rückweg. Aber diesmal nehmen wir nicht die HITRR, sondern biegen irgendwann in die Collet Road ab. Auf der handgemalten Skizze sieht das easy aus, aber die nun folgenden 30 Meilen haben es echt in sich. Hätten wir, als wir kurz nach dem Abzweig noch mal Pause gemacht haben, um vergeblich die Dinosaurier Footprints zu finden, gewusst, wie der weitere Verlauf der Strecke sein wird... wir hätten vielleicht drauf verzichtet. Die Piste selber ist der Wahnsinn. Es geht durch eine enge Schlucht, über Stock und Stein. Unser ATV macht das aber mit links; knattert die Pässe rauf und wieder runter. Es könnte ein bisschen mehr Wasser haben. Obwohl, die Piste ist zum großen Teil aus Salz, da wäre Wasser bestimmt nicht so gut. Haben wir Anfangs geglaubt, wir schaffen die Strecke in 2 Stunden, so haben wir letztendlich 3 Stunden gebraucht.

Ich glaube Travis war nicht allzu begeistert (sein BBQ war gerade fertig), als wir um kurz vor 19.00h wieder auf seinem Hof standen. Wir wechseln noch ein paar Worte und machen uns dann auf den Rückweg. Um kurz vor 19.30h beziehen wir die Gestern reservierte No. 17 und nach einer ausgiebigen Dusche (die war so was von nötig) gibt’s erst mal ein Bier... dazu noch Chips, Craker und diverse Soßen und so stellen wir um kurz vor 21.00h fest, dass es dabei bleiben wird. Wir sind total geschafft, aber das ganze hat so was von Spaß gemacht, das haben wir bestimmt nicht zum letzen Mal gemacht.

Wir machen uns zwar zeitig fürs Bett klar, es wird dann aber doch wieder 22.30h, bis wir in den Federn liegen.

 

15. Juni 2012 - von Escalante zum Capitol Reef NP

Etwas später als Gestern klingelt der Wecker. Wir genießen das Frühstück mit Seeblick am Wide Hollow Reservoir, bevor wir zusammenpacken. Richtig weit ist es heute nicht für uns, dennoch wollen wir zeitig los, da wir in den “frühen“ Morgenstunden noch runter an den Upper Calw Creek Fall wollen.

Gegen 9.00h sind wir am Trailhead und staunen nicht schlecht, geht es doch ziemlich steil den Hang runter. Müßig zu erwähnen, dass wir da nachher wieder rauf müssen. Wir laufen eine knappe Stunde runter und landen zuerst an den Pools oberhalb des Wasserfalls, aber hier gibt es, außer einer schönen Badestelle, nichts fürs Fotoauge. Daher laufen wir noch die paar Schritte bis zum Fuße des Wasserfalls. Nachdem wir hier ein paar Bilder gemacht haben, sind wir der Meinung, wir können zurück und machen uns an den Aufstieg. Der ist so was von Steil und der ist so was von anstrengend, dass wir es nur mit Mühe bis oben schaffen (Quatsch, hört sich aber gut an). Anschließend fahren wir ein Stück weiter, bis wir an den Abzweig des Burr Trail kommen. Mit einem “gescheiten“ Wagen könnte man jetzt bis auf die Rückseite des Capitol Reef National Park fahren, mit unserem Trümmer aber auf gar keinen Fall. Wir fahren ein Stück der geteerten Strecke, bis hinter den Long Canyon. Der ist total schön und auf jeden Fall den Abstecher wert. Auch wenn man die Strecke wieder zurück fahren muss.

Gegen 14.00h nehmen wir daher wieder die eigentliche Wegstrecke in Angriff. Wir müssen noch über die Berge (hier hatten wir 2004 beim Überqueren Schnee), halten ein paar Mal an, um die Aussicht zu genießen. Kurz bevor wir dann das Capitol Reef erreichen, fahren wir noch in das Nest Torrey. Wir brauchen unbedingt noch ein bisschen mehr Wasser, da unserer Vorrat bei den Temperaturen zusehends schmilzt. Die anschließende Fahrt in den National Park kann man nur genießen. Es ist wieder mal herrlich. Wir beziehen, pünktlich zum Kaffee, unsere Campsite und nach einer kleinen Stärkung fahren wir noch mal los.

Hatten wir beim letzten Besuch Pech, dass wir nicht in die Capitol Gorge konnten (wg. Überschwemmungsschäden), so holen wir das diesmal nach. Wir laufen etwa 2 Meilen in die Schlucht, klettern dann noch mal ein Stück rauf, um uns die sog. Tanks anzusehen. Leider, aber das war klar, ist nirgendwo auch nur ein Fitzel Wasser drin. Wir laufen zurück, sind aber der Meinung, außer der Anfahrt mit dem Wagen (die ist wirklich spektakulär), hat uns der Grand Wash besser gefallen. Dort ist die Schlucht enger und dunkler, als in der Capitol Gorge. Bis wir wieder zurück sind, ist es bereits nach 19.30h. Wir machen Feuer und bereiten uns auf ein BBQ mit Hähnchenkeulen vor. Bis wir gegessen haben, dämmert es bereits und auch das Tourbook wird heute mal wieder im Dunkeln geschrieben. Mann, wo ist nur wieder die Zeit geblieben. Da haben wir schon so lange Tage und trotzdem könnten wir noch mind. 4 Stunden mehr vertragen. 

 

16. Juni 2012 - Wandern im Capitol Reef NP und Steinmännchen im Goblin Valley

Um kurz vor 6.00h klingelt bereits der Wecker. Bei den Temperaturen, wollen wir zeitig zu unserer Wanderung aufbrechen. Wir stehen bereits um 8.15h am Trailhead zum Rim Overlook und schon geht’s steil rauf. Im Gegensatz zu gestern, kommt erst der Steile Aufstieg, so wird der Rückweg nicht allzu schlimm. Wir brauchen eine gute Stunde bis oben, haben Zwischendurch einen phantastischen Blick auf das Fruita Valley und Teile des National Parkes – richtig toll. Auf dem Rückweg nehmen wir den Abzweig zur Hickman Bridge, auch diese ist echt sehenswert, wenn auch hier mehr los ist, als auf dem anstrengenden Weg nach oben. Wir machen ein paar schöne Bilder, bevor wir uns auf den Rückweg machen. Auffällig häufig, wie auch schon in den letzten Tagen, kommen uns viele Amis mit Kindern entgegen; mindestens 2, meistens 3. Fraglich ist allerdings, ob man den ganz kleinen (im Tragerucksack) Temperaturen in dieser Höhe zumuten muss, das finden wir schon ziemlich hart. Auch daher, verzichten wir auf unsere vorher geplante Tour durch den Cohab Canyon. Eigentlich schade, aber bei den Temperaturen, nein danke.

Wir fahren zurück ins Visitor Center, bekommen aber nicht wirklich neuen Input und fahren daher noch mal zum Campground, um dort unsere Tanks zu leeren. Da wir unsere “Wandersandwiches“ noch nicht vertilgt haben, machen wir eine ausgiebige Kaffeepause am Fluss im Fruita Valley. Erst gegen 13.00h fahren wir dann los, Richtung Goblin Valley. Immer wieder faszinierend ist die Landschaft auf dieser Strecke. Als wir nach etwa einer Stunde in Hanksville aufschlagen, geht unser Plan auf. Wir können hier in Utah zwar nicht telefonieren, aber wie wir ja vor zwei Tagen festgestellt haben, kommt man mit ein bisschen Glück ins Netz. Wir halten also vor dem “Hanksville Inn“ und siehe da, WiFi wird angeboten. Wir parken vor der Tür, holen das Netbook raus und haben sogleich Empfang. Wir setzten noch mal ne Nachricht ab, damit unsere Lieben daheim nicht glauben, wir wären in Utah’s Mondlandschaft unter die Räder gekommen.

Das restliche Stückchen über die #24 Richtung Green River geht dann auch ganz schnell, so dass wir gegen 15.00h am Eingang zum Goblin Valley State Park stehen. Was wir hier hören, lässt uns wieder nur staunen. Nein, auf den Campground können wir nicht, die Wasserversorgung ist nicht O.K. – das ist uns ziemlich Latte, sind wir doch mit dem WoMo autark. Nein, wir können da nicht drauf, der Chef hat das so angeordnet. Eine anschließende Besichtigung zeit uns, das sogar ein paar Zelte auf dem Platz stehen, und dass obwohl gerade die auf WC und Dusche angewiesen sind (das soll einer verstehen) Wir aber fahren erst mal ins Goblin Valley und bestaunen, im Schatten des WoMo’s sitzend, die Gegend. Um diese Zeit ist es noch viel zu heiß um da rein zu wandern, da warten wir doch lieber noch ein bisschen. Wieder einmal müßig zu erwähnen, dass die Amis mit ihren Kleinstkindern da kein Problem mit haben.

Die Zeit vergeht mit Kaffeetrinken und Co. so schnell, dass wir auch gegen 17.30h mal ins Valley hinabsteigen. Von oben sah das ganze ja schon super aus, aber wenn man mittendrin steht ist es umso schöner. Leider geht zwischendurch mal die Sonne weg, da sich dunkle Wolken davor schieben (die haben aber im Moment nichts zu bedeuten). Ein paar lustige Schnappschüsse zum Schluss und schon geht’s wieder zurück. Wir kochen und während das Essen in der Pfanne schmort, schreibe ich ein paar Zeilen und Axel macht sich (der kann einfach nicht genug bekommen) noch mal auf den Weg ins Valley. Das Essen genießen wir, nach dem die Sonne weg ist, mit einem wunderbaren Blick auf die vielen, kleinen Steinmännekes da unten. Anschließend aber räumen wir zusammen und machen uns auf den Weg. Wir versuchen noch mal, doch noch eine Campsite für heute Abend zu bekommen, aber vergeblich, wir hören den gleichen Mist, wie heute Nachmittag. Wir sollen irgendwo, außerhalb des State Parks campen, das wäre save und überhaupt kein Problem. Am Trailhead vom Little Wild Horse Canyon auch? fragen wir, na klar, überhaupt kein Problem.

Also fahren wir die 5 Meilen bis dahin und staunen nicht schlecht. Keine Menschenseele und wir glauben, so gerade haben wir den ganzen Urlaub noch nicht gestanden. Da haben wir ja glatt ne Pole Position für die morgige Wanderung. Wir duschen noch und trinken ein Schlummerbier, bevor wir gegen 23.00h in den Federn, nein Laken, da viel zu warm, verschwinden.

 

17. Juni 2012 - Wandern im Goblin Valley State Park und Natural Bridges NM

Da wir ja gestern so herrlich abgewiesen wurden, haben wir eine richtig nette und einsame Nacht gehabt. Hätten wir das vorher gewusst, wären wir eher hier gewesen und hätten uns gar nicht ärgern brauchen.

Wir stehen dennoch zeitig auf und machen uns bereits gegen 7.30h auf in den Little Wild Horse Cayon. Das ist wieder mal ein richtig toller Slot Canyon mit vielen Klettereinlagen. Wir kommen so richtig auf unsere Kosten. Haben wir vorher in Erwägung gezogen, nur ein Stück rein und dann wieder raus zu laufen, so entscheiden wir uns jetzt komplett durchzulaufen, dann die Schleife durchs Hinterland zu nehmen und durch den Bell Canyon zurück zu laufen. Die Entscheidung ist goldrichtig, selbst das Verbindungsstück zwischen den beiden Canyons ist total klasse und erinnert uns an die damalige Wanderung in den Needles.

Nach gut 9 Meilen und etwa 3 Stunden später stehen wir wieder am WoMo. Etwas geschafft, aber super zufrieden. Wir stärken uns ein wenig, räumen um und spülen (dafür hatten wir heute Morgen keine Zeit), danach machen wir uns auf den Weg. Hatten wir doch vor der Reise durch diese Wanderung eine 2. Nacht hier eingeplant, so ist diese ja jetzt hinfällig. Wir fahren daher, einen Tag eher, ins Natural Bridges National Monument. Da wir noch mal über Hanksville kommen, tanken wir dort und rufen noch mal die Mails ab. Viel lieber würden wir aber mal mit zu Hause telefonieren, da wir schon seit fast einer Woche keinen Kontakt hatten und wir das überhaupt nicht gut ab können (das ist uns so auch noch nicht passiert). Nachdem wir von Hanksville aus auf die #95 Richtung Lake Powell fahren, staunen wir nicht schlecht. Die Strecke führt durch einen Canyon und ist superschön zu fahren. Dann plötzlich tauchen die nördlichen Ausläufer des Lake Powell vor uns auf und die typische Brücke über den Colorado ist zu erkennen. Klar, dass wir jetzt noch ein paar Fotostopps einlegen, bevor wir die letzen 40 Meilen bis zu unserem Ziel fahren. Pünktlich zum Kaffee stehen wir im Visitor Center des Natural Bridges NM.

Da wir so früh sind, bekommen wir auch noch einen schönen Stellplatz (No. 5) auf dem kleinen Campground. Da es für eine Wanderung um diese Zeit viel zu warm ist, gibt’s erst mal nen Kaffee im Schatten. Gegen 17.00h machen wir uns dann aber auf den Weg, den 9 Meilen (oneway) Scenic Drive des Parks abzufahren. Die drei Brücken können dabei von oben betrachtet werden. Wir allerdings sehen uns die größte der Brücken auch von unten an. Soll heißen, wir laufen runter über Stock und Stein, eher über Treppen und Leitern, die sind hier nämlich als Ab- und Aufstiegshilfe angebracht.

Wir brauchen ca. 30 Minuten, bis wir unten im Canyon stehen und uns ein Bild von der Größe der Brücke machen können (passt fast nicht ganz drauf). Der anschließende Aufstieg ist dann aber wieder so schweißtreibend, dass wir uns die anderen beiden Brücken für die Morgenstunden aufheben. Die Viewpoints fahren wir dennoch ab und sind gegen 19.30h wieder auf unserer Campsite. Wir sind, haben wir heute Morgen ja schon die Canyontour gemacht, ziemlich groggy, daher fällt der heutige Abend etwas kürzer aus. Wir kochen ein paar Nudeln mit Soße und den Hähnchenresten von gestern und liegen bereits gegen 22.00h in der Waagerechten. Die Hitze schlaucht doch ganz schön, so dass wir noch nicht einmal Lust auf den Sternenhimmel haben.

 

18. Juni 2012 - Moki Dugway und Monument Valley

Wir lassen 2x nachklingeln und stehen erst um 6.30h auf, da wir uns bei der Hitze die Große Brückenrunde (ca. 14km) kneifen. Wir wollen nach dem Frühstück los und uns nur noch die beiden übrigen Brücken ansehen.

Gesagt, getan sind wir gegen 9.00h startklar und fahren zunächst zur Kachina Bridge. Auf halben Weg runter entscheiden wir uns aber, wieder den Rückweg anzutreten, da die Brücke im Schatten liegt und von oben fast ein bisschen besser zu sehen ist. Wir fahren daher weiter zur letzten, der Owachomo Bridge, hier ist der Weg gar nicht so lang und wir sind uns einig, dass dies die schönste der drei Brücken ist. Im Kessel unten gibt’s schöne Felsen und einige Wassergumpen sind auch noch voll. Wir erwischen sogar ein Deer, das an einem der Wasserlöcher trinkt, sich allerdings erschreckt und ziemlich eilig das Weite sucht. Nachdem wir ein paar schöne Fotos gemacht haben, laufen wir wieder hoch und stellen fest, dass es bereits 11.00h ist. Zeit also, den Park hier zu verlassen. Wir sind uns einig, dass dies ein kleiner, aber wirklich netter Park ist, der bei weitem nicht so überlaufen ist, wie viele der anderen Parks.

Auf der Weiterfahrt erreichen wir nur wenige Meilen später den Abstieg aus der Hochebene. Die Fahrt runter geht über den Moki Dugway, einer nicht asphaltierten Straße, die sich in Serpentinen den Berg runterschraubt. Nichts für schwache Nerven, wird daher auch von der Fahrt mit dem RV abgeraten. Wir aber finden, dass ist mal ne schöne Abwechslung und kommt nicht so häufig vor. Durften wir ja die Switchbacks im Seqouia auf Grund der Größe nicht fahren, so holen wir dies jetzt nach. Unten angekommen, biegt die Straße zum Goosenecks Overlook ab. So weit hatten wir das zwar nicht in Erinnerung, aber wir habe ja heute Zeit. Im dunklen Gestein mäandert der San Juan River in vielen Schleifen durch die Ebene unter uns, der Rest der Gegend sieht eher tot und trostlos aus. Wir fahren weiter, sehen bei der Durchfahrt von Mexican Hat eine ganze Reihe Radrennfahrer (bike around America) und können bei den Temperaturen nur den Kopf schütteln. Konnte man bereits bei der Abfahrt des Moki Dugway einige “Monumente“ sehen (Valley of the Goods), sieht man jetzt, kurz hinter Mexican Hat, die großen Monumente. Es ist also nicht mehr weit bis zum Monument Valley.

Kurz bevor es links abgeht, entscheiden wir uns für rechts und fahren erst mal nach Gouldings, einer kleinen Navajo Ansiedlung mit Lodge, Campground und kompletter Versorgung. Da es im Monument Valley ja selbst keine Campmöglichkeit mehr gibt, seit das schrecklich große und völlig deplazierte Hotel “The View“ dort steht, werden wir heute wohl in Gouldings übernachten. Haben wir zwar vorher gelesen, dass man auf einem Platteau nahe des Parkplatzes geduldet wird, so macht uns aber der extreme Wind und der damit verbundene Sandsturm ein wenig Sorgen, denn bei der Hitze können und wollen wir nicht mit geschlossenen Fenstern dort stehen. Außerdem ist es für schöne Bilder noch viel zu früh, da haben wir mind. noch 1-2 Stunden Zeit. Wir checken ein, wechseln noch mal den Platz, da wir dann doch Full-Hook-up (Strom, etc.) nehmen und kühlen den Wagen erst mal runter. Checken ein paar Mails und stärken uns ein wenig.

Währenddessen kommen wir mit einem 4er Gespann aus der näheren Heimat ins Gespräch und da die z.Zt. etwas Lagerkoller haben J nehmen wir 3 der Jungs spontan mit ins Valley. Dort erleben wir einen schönen Sonnenuntergang, bzw. die goldene Stunde. Es ist leider sehr touristisch, aber das wussten wir ja. Als wir das letzte Mal vor 16 Jahren hier waren, sah das noch ganz anders aus. Da wurden zwar auch die Touris angekarrt, die waren aber später weg und die Camper hatten die Szenerie für sich alleine. Bei so vielen Menschen allerdings, gibt’s auch ne Menge zu schmunzeln (ich sag nur: gelber Camaro J der Fahrer hat echt versucht mit dem tiefer gelegten Wagen, die steilen Schotterpiste ins Valley zu fahren… da freut sich die Werkstatt).

Es ist bereits nach 20.00h als wir zusammenpacken und zurück nach Gouldings fahren. Wir essen schnell was (es gibt Encheladas) und duschen mal nicht im WoMo J. Noch ein bisschen Tourbook schreiben und schon ist es wieder 23.00h. Morgen wollen wir nach Page. Bereits einen Tag früher, als geplant, wollen wir zwei Tage am Lake Powell verbringen, das einzige, was bei Temperaturen um 40°C geht.

 

19. Juni 2012 - vom Monument Valley an den Lake Powell

Wir werden wach, weil von irgendwo ein Piepen kommt. Hmm, bestimmt die Nachbarn, vielleicht... nein, wir selber J Haben wir doch gestern das Orakel (unser GPS) nicht mit ins Bett genommen, so liegt es jetzt irgendwo und weckt uns. Axel muss erst mal suchen, findet es dann aber und alles ist gut.

Wir stehen gegen 6.30h auf und frühstücken draußen. Leider ist es ziemlich diesig (wg. des extremen Windes), so dass wir keine Fernsicht haben. Daher verzichten wir auch bei der Abfahrt aus Gouldings auf Scherenschnitte vom Monument Valley. Die gut zwei Stunden Fahrt nach Page verläuft ziemlich ereignislos. Dort angekommen, kaufen wir erst noch mal ein paar Lebensmittel und kümmern uns ums leidige Thema Telefon. Warum wir mit Axels Handy nicht mehr telefonieren können, ist uns ein Rätsel. Wir müssen daher jetzt auf Plan B umsteigen und uns eine Telefonkarte besorgen. Axel spricht dabei ein Paar an, dass, wie sich herausstellt, aus Meerbusch kommt. Die beiden bereisen bereits seit 20 Jahren die USA und es vergehen ganz schnell zwei Stunden, in denen wir uns unterhalten, als würden wir uns ewig kennen J.

Es ist bereits 11.00h, als wir zum Walmart fahren, um dort eine Telefonkarte zu besorgen, aber wie so oft, die totale Fehlplanung (nee, die verkaufen wir hier nicht mehr). Wir werden an die gegenüberliegende Shell Tankstelle verwiesen und da werden wir auch fündig. Jetzt kommt für uns aber das eigentliche Problem, wie telefonieren? Wir checken das USA System einfach nicht und staunen nur, als die Lady aus der Tankstelle, um deren Hilfe wir gebeten haben, wie wild auf den Tasten rumhämmert (die wissen selber nicht genau, wie das funktioniert). Endlich, nach einer Woche hab ich meine Mutter an der Strippe und so bin ich am Ende des Gespräches ein wenig beruhigter und so können wir den restlichen Tag angehen.

Wir fahren zum Lake Powell runter, halten kurz am Damm und machen ein paar Bilder. Dann aber fahren wir an Wahweap vorbei bis nach Lone Rock, hier wollen wir eigentlich den Rest des Tages ganz entspannt verbringen. Unentspannt ist allerdings bereits die Zufahrt zum Strand, fahren wir uns doch glatt mit dem Trümmer fest. Wir können es kaum glauben, das ist uns selbst in Afrika noch nicht passiert, allerdings beim ersten OZ Urlaub mit dem großen Camper auch schon mal. Kopf in den Sand stecken nützt jetzt nichts, da steckt der Wagen ja schon drin. Wir graben ein bisschen, klemmen ein Holzstück unter eines der Hinterräder und ... es klappt, wir sind wieder raus und können runter an den Strand, aber gaaaanz vorsichtig. Richtig toll ist es aber nicht, da es total windig ist und der feine Sand in allen Ritzen verschwindet. Wir gehen kurz baden, haben aber auf die Panade so gar keine Lust und fahren anschließend wieder zurück nach Wahweap.

Dort angekommen, gibt’s erst mal nen Kaffee, danach gehen wir hier auch noch mal ins Wasser, bevor wir gegen 18.00h im RV Park einchecken. Wir gönnen uns mal Full-hook-up, wechseln aber noch mal die Campsite, da die erste direkt am müffelnden Müll liegt und dass wollen wir uns bei sportlichen $48,- dann doch nicht geben. Wir richten uns häuslich ein und duschen uns erst mal ausgiebig den feinen Sand ab (so richtig will der aber nicht verschwinden). Anschließend machen wir noch mal Feuer (puhh, bei der Hitze) und grillen ein leckeres Stück Fleisch.

Haben wir zwar nicht wirklich viel gemacht heute, so war der Tag doch aufreibend. Wir sind froh, zu Hause angerufen zu haben und nicht immer noch im Sand zu stecken. So geht’s gegen 22.30h in die Laken.

 

20. Juni 2012 - Page Umgebung - Horseshoe Bend und Lees Ferry

Wir haben, trotz der Wärme gut geschlafen. O.K. wir haben den Trümmer ja erst noch ein wenig runtergekühlt, dennoch kühlt es im laufe des Morgens ab, so dass wir es, im Schatten sitzend, zum Frühstück etwas kühl finden (wie Panne ist das denn?) Heute haben wir einen richtigen Tag Aus-Zeit, so dass wir nach dem Frühstück erst einmal im Lake Powell baden gehen. Anschließend fahren wir noch mal in den Ort rein und sehen uns bei dem 2. Kajak-Rental um. Schade, dass die hier so unorganisiert sind. Würden wir doch so gerne ein Stück den Colorado paddeln und könnten wir doch glatt ein Boot mieten ($45 für nen 2er), so müssten wir uns um den Transport, bzw. Transfer selber kümmern. Hahaha, leider, so groß wie der Trümmer auch ist, ein Boot bekommen wir durch keine Luke da rein, so müssen wir uns also von der Idee verabschieden, Schade. Nichtsdestotrotz wollen wir nach Lees Ferry runter. Das ist DIE Einsatzstelle für die Mehrtagestouren durch den Grand Canyon (da lacht das Paddlerherz). Nur ca. 10 Meilen Luftlinie entfernt sind es über die Straße ca. 50 Meilen. Direkt hinter Page kommt aber zunächst der Horseshoe Bend, hier wollen wir noch mal hin, denn hier haben wir vor 8 Jahren schöne Bilder gemacht – alleine. Wir sind erschrocken, wie viel hier los ist. Busseweise werden hier die Leute hingekarrt, was wir ja eigentlich wieder nicht so toll finden. Wir machen trotzdem ein paar Bilder, nachdem wir uns durch den Tiefsand zur Canyon Kante durchgewühlt haben. Wenig später sind wir dann auf dem Weg nach Lees Ferry und überqueren, kurz vor dem Abzweig, die Navajo Bridge. Hier liegen die alte (Bj. 1928) und die neue (Bj. 1985) Brücke direkt nebeneinander und das zum verwechseln ähnlich. Die 14 Meilen nach Lees Ferry sind ganz schön, haben sie doch wieder richtigen Canyon Charakter. Unten angekommen, sehen wir bereits einen großen Truck der Western River Expedition. Die sind gerade dabei ein paar Rafts abzuladen und für die, morgen beginnende, Canyon-Tour vorzubereiten. Wir schauen dem Treiben ein wenig zu, sehen uns noch ein wenig die historischen Überbleibsel von Lees Ferry an und fahren zurück. Zunächst nur ein Stück, da wir die Füße unbedingt noch mal in den Colorado halten wollen. Der ist so was von eiskalt, dass einem das Blut in den Adern gefriert. Eigentlich wollten wir ja zum Campen hier bleiben…

Allerdings sieht der Campground so trostlos aus und die Chance auf ein Schwimmchen im Fluss liegt bei null, so entscheiden wir uns also nach dem (kalten) Kaffee für die Rückfahrt nach Page. Wollen wir doch mal sehen, ob uns eine Nacht am Lone Rock diesmal vergönnt ist. Ja, sie ist. Wir sind gegen 17.00h (lt. Utah Zeit: 18.00h) am Strand und können sogar einen Platz in der 1. Reihe abgreifen. Wir gehen zunächst Baden und schauen anschließend dem spannenden Treiben neben uns zu. Wow, hier geht’s zu, wie in einer Wagenburg. Das ist kaum zu beschreiben. Alle campen direkt am Wasser, haben sämtliches Wassersportequipment dabei und nutzen dies auch. Motorboot, Jetski, Kanu, oder sogar nur die Luma – hier geht alles. Wir kochen und genießen den lauen Abend am Wasser. Ist es heute bei weitem nicht so windig wie gestern, weht sogar ein leichter Wind vom Wasser her. Das wird eine angenehme Nacht. Erstaunlich dabei ist immer wieder, das hier die Ruhezeiten so was von diszipliniert eingehalten werden. Da hört man die ganze Nacht keinen Mucks. Selbst von den Kanadiern nebenan ist vom Kindergeschrei nichts mehr zu hören. Wollte der Vollpfosten sich doch noch vor uns stellen (obwohl Axel abgelehnt hat), hat er sich zur Strafe mal so richtig festgefahren (nicht lachen, ist uns gestern ja auch passiert), aber geholfen hat ihm niemand (unser Bedarf war nach seiner Unverschämtheit auch gedeckt). Die beiden kleinen Kinder waren so was von rot verbrannt, das hat selbst uns leid getan. Was manche Menschen Verantwortungslos sind. Um 22.30h ist auch für uns der Tag Geschichte und wir versinken, bei einem lauen Lüftchen im Bett.

 

21. Juni 2012 - von Page ins Valley of Fire

Auch wenn wir heute noch bis in den Dunstkreis von Las Vegas wollen, hält uns das nicht davon ab, den Tag gemütlich angehen zu lassen. Wir stehen erst gegen 6.30h auf und frühstücken, so was von gemütlich, draußen unter der Markise. Nach dem Frühstück gönnen wir uns erst mal ein Schwimmchen, bevor wir so langsam zusammen packen. Da wir noch ein ganzes Paket Holz haben, beglücken wir kurze Hand unsere Nachbarn damit. Nachdem alles sortiert und verstaut ist, gehen wir uns aber nochmal abkühlen, bevor wir gegen 11.00h los fahren.

Wir nehmen, wie auch bei unserer letzten Tour vor 8 Jahren die Strecke über Kanab und Fedonia. Im Pipe Springs Nat. Monument machen wir ein kleines Päuschen, verkneifen uns aber den Besuch der selbigen. Dann geht’s nach Hurricane. Hier versuchen wir mal unser Glück, einen neuen Glasteller für die Micro zu besorgen. Zunächst im ACE Hardware und dann beim Walmart, leider vergeblich. Na das wird ein teures Erwachen, aber wir können es nicht ändern.

Hinter Hurricane geht’s dann auf die Interstate 15 die wir wenig später wieder verlassen. Über Logandale und Overton geht’s jetzt zum Valley of Fire. Waren wir hier bereits einige Male, so haben wir uns bei diesen Temperaturen gegen eine Übernachtung hier entschlossen, es ist einfach viel zu heiß. Das merken wir auch, als wir zum Kaffee an den White Domes stehen. Es ist so heiß (ca. 45°C), da ist an eine Wanderung nicht zu denken. Wir stoffwechseln so lange, bis die Schatten länger werden, dann fahren wir ein Stück zurück und machen uns zu Fuß auf in Richtung Wave. Eine sehr kurzweilige Wanderung mit einem wunderbaren Highlight. Hier bleiben wir, so lange es das Licht zulässt. Dann aber wird es Zeit für den Rückweg, bzw. die Weiterfahrt Richtung Lake Mead. Die Strecke zieht sich mehr, als wir geglaubt haben, so dass es bereits dunkel ist, als wir unser heutiges Ziel, die Calville Bay, erreichen.

Es gibt die letzten Reste im Dunkeln bevor wir, bei immer noch kuscheligen 28°C gegen 22.30h im warmen Bett verschwinden.

 

22. Juni 2012 - Viva Las Vegas

Es war so warm in der Nacht und wir sind nicht wirklich entspannt, als der Wecker klingelt. Es nützt aber nichts, wir müssen die Sachen zusammen packen.

Nachdem wir das letzte Frühstücken draußen genossen haben, räumen wir den Rest und machen uns auf den Weg Richtung Vegas. Das letzte Stück Northshore Drive und dann sind wir bereits in Henderson. Insgesamt brauchen wir nur eine Stunde zurück.

Wir tanken den Wagen noch mal bei Checkers voll und dann stehen wir bereits bei Roadbear auf dem Hof. Die Rückgabe des Campers geht zügig und eigentlich völlig unproblematisch. Zu befürchten war allerdings, dass wir für den Glasteller der Micro richtig latzen können. 85 Dollar nehmen die uns dafür ab L das ist schon ein echter Hammer, aber wir haben einfach keine Lust auf Diskussionen, dann gibt’s bei Service halt nen Punktabzug.

Gegen 11.00 Uhr werden wir ins Hotel Excalibur gebracht und wenig später haben wir auch eingecheckt. O.K. der Check hat was länger gedauert, ist doch heute Freitag und da kommen die ganzen Partypeople, da ist dann schon was mehr los. Wir beziehen unser Zimmer, duschen erstmal und sehen uns dann im Fernsehn das Fußball-EM Spiel Deutschland/Griechenland an. Es ist eh viel zu warm draußen und so kühlen wir erst mal ein wenig runter.

Nach Ende des Spiels aber legen wir doch los. Wollen wir doch was von Vegas sehen. Wir laufen zunächst ein wenig den Strip hoch, merken aber schnell, dass der kleine Hunger bereits da ist. So beschließen wir, im Hard Rock Cafe, einen Burger zu essen. Hmmm, lecker aber auch die Preise sind lecker. Gewöhnungsbedürftig finden wir immer wieder, den nicht unbedingt unaufdringlichen Hinweis, dass 20% Tipp Pflicht sind. Das finden wir schon ganz schön sportlich. Aber wie sagt man, Nachfrage regelt den Preis. Nach unserer Stärkung laufen wir weiter den Strip hoch, sehen uns das ein oder andere Hotel/Casino von innen an und laufen durch diverse Malls. Seit unserem letzten Besuch vor 8 Jahren hat sich hier eine Menge getan. Im Vordergrund sind nun die Shoppingmalls, weniger dagegen sind die Casinos geworden. Eigentlich schade finden wir.

Wie für uns üblich, laufen wir, bis die Socken qualmen. Wir legen vor dem Caesars Pallace eine Caipi Pause ein (hmmm lecker), bevor wir weiter laufen. Wir vergessen förmlich die Zeit, bei all den Sachen, die es hier zu bestaunen gibt.

Die moderne Architektur ist doch so ganz anders, als bei unserem 1. Besuch im Jahr ’96. Das Wynn war vor 8 Jahren noch nicht ganz fertig. Jetzt stehen 2 Tower dort, wow.

Las Vegas ist schon irgendwie ne Reise wert. Leider vergessen wir ein wenig die Zeit, so dass wir das Wasserspektakel im Bellagio nur knapp verpassen (kennen wir aber). Es dämmert bereits, als wir so langsam den Rückweg antreten. Haben wir zuerst überlegt, nach einer Pause noch mal los zu ziehen, so sind wir jetzt so platt, dass das wohl ausfällt. Zurück im Hotel ist es bereits dunkel und so gegen 22.00h können wir uns irgendwie nicht aufraffen. Das war ein langer, anstrengender und heißer Tag in Las Vegas.

Morgen haben wir das gleiche noch mal auf dem Programm. Aber dann geht es dann auch nach Hause. Wir checken noch für den Rückflug ein (online), sichern die Bilder und schreiben eine Geburtstags Mail, bevor wir gegen 23.00h in den Kissen versinken.

 

23. Juni 2012 - letzter Tag in Las Vegas

Letzter Morgen L Wir gehen erst mal gemütlich frühstücken. Es gibt alles, was das Herz begehrt und nachdem unser Kalorienhaushalt wieder stimmt, packen wir unsere 7 Sachen zusammen und checken aus. Das Gepäck aber bleibt über Tag hier im Hotel, so dass wir uns frei bewegen können. Geht unser Flieger ja erst heute Abend, so haben wir noch richtig viel Zeit. Wir laufen zuerst in südliche Richtung und sehen uns zunächst das Luxor und das Mandalay Bay an. Sehr nett. Im Mandalay gibt’s ne ziemlich große Poollandschaft, aber die hat ja hier fast jedes Hotel und im Luxor ist das LAX, eine Scene Disco. Wir laufen zurück bis ins MGM und nehmen von hier die Bahn zum nördlichen Strip. Wir steigen hinter dem Imperial aus. Hammer, was für ein alter Kasten. Das ist mittlerweile bestimmt eines der ältesten Hotels hier. Wir laufen weiter und sehen uns das Venetian und das Palazzo an. Die beiden Hotels gehören zusammen und die Malls sind miteinander verbunden. Wir gönnen uns zu Mittag ein Stück Pizza, bevor es weiter geht. Alles, was gestern fehlte, wird heute nachgeholt. Zwischendurch gibt’s noch mal ein Trinkchen auf der Cezars Pallace Plaza (diesmal nur ein Miller Light). Wir sehen uns auch noch ein paar der Malls an, für die unser Portemonnaie definitiv zu klein ist. Diverse Souvenirs im Gepäck ist es irgendwann an der Zeit, die Rückreise anzugehen, so laufen wir ein letztes Mal den Strip runter.

Im Excalibur holen wir unser Gepäck und lassen uns zum Flughafen bringen. Leider verzögert sich unser Abflug um fast eine Stunde, so dass wir im Dunkeln abheben. Blöd auch, dass wir auf der falschen Seite sitzen und somit keinen letzten Blick auf den Strip haben L hätten wir doch so gerne diesen noch mal gesehen. So sehen wir nur die Lichter der Stadt.

 

Rückflug und unser Fazit zu dieser REise

Der Rückflug selber verläuft ziemlich unspektakulär, so dass wir irgendwann in London landen. Hier ist das Wetter aber so schlecht, dass sich unser Weiterflug um eine gute Stunde verzögert und wir erst um 20.30h in Düsseldorf landen.

Beende ich normalerweise unseren Reisebericht mit unserer Heimkehr, so lass ich es diesmal, denn diesmal ist die Heimkehr für uns sehr unschön und tränenreich, da einer unserer Weggefährten fehlt. Im Bericht selber habe ich bewußt auf Details verzichtet.

Das Fazit zu dieser Reise fällt daher auch ein wenig nüchtern aus, denn auch wenn unsere Tränen längst getrocknet sind, werden die Ereignisse immer an diese Reise gekoppelt sein, selbst wenn sie uns auf dem Silbertablett serviert worden wäre... sie wäre niemals in die Top 5 gekommen.

Vielleicht liegt es aber auch ein bisschen an unserer (subjektiven) Sicht der Dinge, die sich im Laufe der letzten Jahre, und der damit verbundenen anderen Reisen, geändert hat. Waren für uns, vor 16 Jahren, alle Amerikaner nett und zuvorkommend, so hat sich das leider ein wenig geändert. Für uns völlig unverständlich ist aber die fehlende Flexibilität, die uns das ein oder andere Mal begegnete. Ich denke da an die Odysee in Escalante, oder die im Goblin Valley. Auch wären wir gerne mal gepaddelt oder hätten gerne noch eine 4WD Tour gemacht.

Schade eigentlich, denn landschaftlich bleibt die USA einfach ein Traum, aber wer Einsamkeit sucht... der muss auch damit rechnen, dass er sie hier nicht immer findet. O.K. die letzten Male waren wir im Oktober unterwegs und fanden es herrlich einsam, daher muss man das auch ein wenig in die Waagschale werfen. Vielleicht liegt's aber auch am Wandel der Zeit. Wir sagen zum jetzigen Zeitpunkt, dass nach 3 Reisen in den Süd-Westen der USA unser Bedarf erst einmal gedeckt ist. Es gibt noch so viel anderes zu entdecken, dennoch ist die USA der Grund, warum wir so gerne reisen und das wird auch so bleiben.

Aber als Schluss-Wort kann ich sagen: sag niemals nie  JJJ

 

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